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Die Geschichte des Karl-May-Museums

Die Entstehung des Karl-May-Museums geht auf die Initiative von Karl Mays zweiter Ehefrau Klara (1864-1944) zurück.

Klara May wollte ihrem Mann nach dessen Tod ein würdiges Andenken errichten, das Mays Leben und Werk in Verbindung bringen sollte mit den kulturellen Reichtümern der Menschen, über die er schrieb.

Im Folgenden erfahren Sie mehr über die wechselvolle Geschichte des Karl-May-Museums.

historisches Schwarz-weiß-Foto: Klara May und Patty Frank vor der Villa BärenfettKlara May und Patty Frank vor der Villa Bärenfett als ältesten Teil des heutigen Karl-May-Museums

Die Gründung von Stiftung und Verlag1913

Der Tod Karl Mays ließ Klara May zu dessen Universalerbin werden mit der testamentarischen Auflage, das Vermögen zur Gründung einer Stiftung für junge Schriftsteller zu nutzen, die schließlich am 5. März 1913 rechtskräftig bestätigt wurde. Kurz darauf wurde am 1. Juli 1913 der „Verlag der Karl-May-Stiftung“ von Klara May, Mays früherem Verleger Friedrich Ernst Fehsenfeld (1853-1933) sowie dem befreundeten Bamberger Juristen Dr. Euchar Albrecht Schmid (1884-1951) für die kontinuierliche Herausgabe von Werken Karl Mays gegründet. 1915 erfolgte die Umbenennung in „Karl-May-Verlag“.

Ein Museum für Karl May in der Villa Bärenfett1928

Eine Herzensangelegenheit blieb für Klara May neben der Gründung von Stiftung und Verlag jedoch die Errichtung eines Karl-May-Museums. Mit Bekanntschaft des Wiener Zirkusartisten Ernst Tobis (1876-1959) – bekannt unter seinem Künstlernamen „Patty Frank“ – gelang es schließlich, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen. Seit seiner Jugend war Patty Frank begeistert von Karl Mays Abenteuergeschichten und vor allem von den indigenen Kulturen Nordamerikas. Im Laufe seines Lebens trug er eine umfangreiche Sammlung von Kunst- und Alltagsgegenständen der Native Americans zusammen. Er hegte nach Bekanntschaft mit Klara May den Wunsch, diese für ein Museum zu Ehren des bekannten Schriftstellers zur Verfügung zu stellen.

Im Jahr 1926 erwarb Klara May schließlich die komplette Sammlung Patty Franks und ließ im Garten der Villa Shatterhand ein Gebäude im Stil eines amerikanischen Blockhauses errichten, das als Museum und zugleich als Wohnung Patty Franks dienen sollte. Dieser wurde für die Übereignung seiner Sammlung als Verwalter und erster Museumsleiter eingesetzt. Am 1. Dezember 1928 eröffnete im Blockhaus Villa Bärenfett, die nach einem Wohnhaus in Karl Mays Erzählungen benannt wurde, das Karl-May-Museum mit einer ethnografischen Ausstellung zur materiellen Kultur der nordamerikanischen Ureinwohner.

Die Zäsur in der DDR

Mit dem Tod Klara Mays 1944 und dem Ende des Zweiten Weltkrieges traten entscheidende Veränderungen für das Karl-May-Museum ein. Zunächst erbte die Karl-May-Stiftung testamentarisch alle Anteile Klara Mays am Karl-May-Verlag und wurde alleinige Eigentümerin der Villa Shatterhand sowie des Karl-May-Museums. Das neue sozialistische Regime bewertete Karl May und seine christlich geprägten Werke im Sinne eines sozialistischen Bildungsideals jedoch als obsolet und vertrat die Meinung, den als bourgeois und mit nationalistischen Tendenzen angesehenen Autor – dessen Werk in den 1930er-Jahren nach NS-ideologischen Aspekten entsprechend bearbeitet wurde – grundsätzlich abzulehnen. Die Karl-May-Stiftung verlor ihre rechtliche Selbstständigkeit und wurde ab 1952 in die „Sammelstiftungen des Bezirkes Dresden“ eingegliedert.

Umzug des Karl-May-Verlags1959/60

Jegliche Versuche des Karl-May-Verlags, eine Lizenz zur weiteren Produktionstätigkeit zu erhalten, wurden von den sozialistischen Behörden abgelehnt. Die Söhne Dr. Euchar A. Schmids arbeiteten daher schon seit 1951 am Wiederaufbau der Vertriebstätigkeit von Bamberg aus. 1959/60 siedelte der Verlag schließlich komplett dorthin über. Mit nach Bamberg gingen zudem ein Großteil des literarischen Nachlasses Karl Mays sowie nahezu die komplette Einrichtung der Villa Shatterhand.

Die Entstehung des „Indianer-Museums der Karl-May-Stiftung“1956

Die in Radebeul verbliebene ethnografische Sammlung in der Villa Bärenfett wurde Anfang der 1950er Jahre dem Staatlichen Museum für Völkerkunde Dresden unterstellt und sollte den sozialistischen Bildungsprinzipen der DDR entsprechend umgestaltet werden. Damit einher ging 1956 die Umbenennung des Karl-May-Museums in „Indianer-Museum der Karl-May-Stiftung“. Die Sammlung wurde dafür von Mitarbeitern des Völkerkundemuseums neu geordnet und die außeramerikanischen Objekte in die Magazine im Japanischen Palais nach Dresden ausgelagert.

Die Neubewertung Karl Maysin den 1980er Jahren

Erst im Zuge einer Neubewertung Karl Mays von Seiten der Staatsorgane begann zu Beginn der 1980er Jahre die Rehabilitierung des sächsischen Schriftstellers in der DDR. 1984 erhielt das Museum seinen ursprünglichen Namen „Karl-May-Museum“ zurück. Nachdem erstmals wieder Romane Karl Mays vom Staatsverlag „Neues Leben“ gedruckt wurden, erhielt auch die Karl-May-Stiftung im Jahr 1985 durch Ausgliederung aus den Sammelstiftungen ihre rechtsfähige Selbstständigkeit zurück. Am 9. Februar 1985 wurde die Villa Shatterhand mit einer Ausstellung zu Karl Mays Leben und Werk für die Öffentlichkeit geöffnet. Diese Ausstellung wurde durch den Rückkauf des mobilen Nachlasses Karl Mays aus Bamberg im Jahr 1995 umfangreich erweitert. Seitdem sind neben der ethnografischen Ausstellung zu den indigenen Kulturen Nordamerikas in der Villa Bärenfett auch die originalen Räume sowie die wertvolle Bibliothek Karl Mays in der Villa Shatterhand erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich.

Zukunftsvision

Momentan arbeiten wir mit Hochdruck im Rahmen unserer „Vision – Neues Karl-May-Museum“ an der Erweiterung und Neugestaltung unseres Museums. Hier erfahren Sie mehr darüber.

Karl-May-Museum

Karl-May-Str. 5
01445 Radebeul

Tickets

Normal: 9,00 € / Ermäßigt: 7,00 €
Kinder: 3,00 € / Familie: 20,00 €

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Tel. + 49 (0) 351 8373010

Öffnungszeiten

Dienstag – Sonntag
montags geschlossen (außer feiertags)
März bis Oktober: 9:00–18:00 Uhr
November bis Februar: 10:00–17:00 Uhr

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