Vortrag von Prof. Dr. Stefan Richter, Allgemeine & Spezielle Zoologie,
Institut für Biowissenschaften, Universität Rostock
Karl May setzt die Tierwelt Nordamerikas als wesentliches erzählerisches Element ein. Tiere sind bei ihm nicht bloß Hintergrund, sondern aktive Figuren, die Handlung, Atmosphäre und Moral prägen. Sie machen die Vielfalt der nordamerikanischen Landschaften spürbar – von der stillen Prärie über die weite Wildnis bis zu einsamen Bergregionen. Mustangs verkörpern Freiheit und Ungebundenheit und erscheinen zugleich als treue Gefährten der Helden. Begegnungen mit Bison, Puma oder Grizzly dienen als Prüfungen für Mut und moralische Haltung und zeigen, wie der Mensch sich in der Natur behaupten muss. Insgesamt wird die Tierwelt bei Karl May zu einem erzählerischen Schlüssel, der Natur, Handlung und Moral eng miteinander verbindet und seine Nordamerika Romane prägt.
Als Zoologe wird Prof. Dr. Richter diese literarischen Tiergestalten mit ihrer realen Biologie vergleichen und zeigen, wo Karl May naturkundlich genau beobachtet – und wo er die Tierwelt bewusst stilisiert, um seine Erzählung zu formen.
Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen

