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Nach drei Jahren Restaurierung

Die Rückkehr der Blackfoot-Frau: Namensweihe mit Gojko Mitić

Samstag, 22. August 2026

Man sieht ihr das Alter nicht an. Fast ein Jahrhundert lang lächelte die Frau vom Stamm der Blackfoot scheu die Besucher des Karl-May-Museums an.

Museumsgründer Patty Frank vor Blackfoot-Frau

Ihre Kleidung kommt wie auch ihr Volk aus Nordamerika. Doch ihr Zuhause ist die Villa Bärenfett.
16 dieser lebensgroßen Kostümfiguren tragen zum besonderen Erlebnis eines Besuchs im Karl-May-Museum bei. Statt nur mit abstrakter Aufbewahrung in Vitrinen stellen die Figuren uns ihre Lebenswelt persönlich vor.
Nach drei Jahren aufwändiger Restaurierung kehrte die beliebte Blackfoot-Frau nun am 22. August endlich zurück in die Villa Bärenfett.
Ihr erster Blick fiel auf niemand Geringeren als auf Gojko Mitić. Der berühmte „DDR-Chefindianer“ hatte bei einer Lesetour mit der Neuauflage des Romans „Die Söhne der großen Bärin“ höchstpersönlich um Spenden für die intensive Schönheitskur dieser faszinierenden Dame geworben.

Damit wurde ihm eine besondere Ehre zuteil. Die namenlose Frau der Schwarzfuß-Indianer erhielt im neuen Gewand nicht nur ihre Geltung zurück, sondern er gab ihr einen Namen und damit eine eigene Geschichte. Er begrüßte sie mit den Worten „Meine Frau!“.

Sitopanaki – „Deren Füße singen, wenn sie geht“.

Dieser Name könnte treffender nicht sein, denn Sitopanaki ist nicht irgendein Name. In dem berühmten Buch von  Liselotte Welskopf-Henrich und dem gleichnamigen Film „Die Söhne der großen Bärin“ ist die junge Frau der Blackfoot (Schwarzfüße), die Schwester des Kriegers „Stark wie ein Hirsch“ und wird später die Frau des Lakota-Kriegers Tokei-ihto.  Die Rolle eben dieses Tokei-ihto machte Gojko Mitić so berühmt, dass die Begeisterung für ihn bis heute anhält. 10 Millionen von 17 Millionen DDR-Bürgern sahen seinen Film, der dieses Jahr das 60. Jubiläum feiert. Der damals 26jährige Serbe war als durchtrainierter Frauenschwarm heiß begehrt. Doch selbst 60 Jahre später warten Hunderte geduldig auf ein Autogramm und ein Selfie mit ihm.

Den Beweis für die anhaltende Beliebtheit von Gojko Mitić spürte das Karl-May-Museum deutlich. Mit über 500 Besuchern war es so voll, dass die Gesprächsrunde um 16.00 Uhr zusätzlich per Livestream in die Villa Nscho-tschi übertragen wurde, damit alle Anwesenden einen Blick auf ihren Star erhaschen konnten.

Begrüßt wurde das Publikum vom Geschäftsführer des Karl-May-Museums Dr. Volkmar Kunze. Die Moderation übernahm Michael Kraus, der von 2018 bis 2020 auch mit Gojko Mitić auf Lesetour ging, um Spenden für die Restaurierung von Sitopanaki einzuwerben. Der wissenschaftliche Direktor des Karl-May-Museums, Robin Leipold, berichtete vom Ursprung der Kostümfigur, die zusammen mit einem Apachen-Krieger und einem Irokesen-Häuptling zu den ersten drei der schließlich 16 lebensecht gestalteten Kunstwerke gehört.

Der Kreis schloss sich dort, wo die Lesetour ihren Ursprung hatte und wir begegneten  Tokei-ihto und Sitopanaki auf der Leinwand. Die Verfilmung des Romans „Die Söhne der großen Bärin“ von Liselotte Welskopf-Henrich machte Gojko Mitić zum Star und schenkte – wie Karl May es auch tat – Millionen von Menschen die Faszination für die Indianer Nordamerikas.

Auch wenn das Karl-May-Museum eigentlich einem anderen Schriftsteller gewidmet ist, gehört Liselotte Welskopf-Henrich als DDR-Autorin zu unserer ostdeutschen Kulturgeschichte. Wie Karl May – wenn auch mit einer ganz eigenen Handschrift – öffnete sie Millionen Lesern ein Tor zur Welt der Indianer Nordamerikas. Mit der Taufe Sitopanakis brachte Gojko Mitić nun diese beiden Erzählwelten zusammen. 

Gesprächsrunde: Black Büttner, Michael Kraus, Gojko Mitić Filmplakat – Die Söhne der großen Bärin Taufe mit Gojko Mitić – August 2026

Die Schwarzfuß-Frau im Karl-May-Museum

Klara May beauftragte den Bildhauer Vittorio Güttner damit, die ersten drei lebensechten Figuren des Museums möglichst authentisch zu gestalten und wurde nicht enttäuscht. Er modellierte den Apachen-Krieger, den Irokesen-Häuptling und unsere junge Blackfoot-Indianerin, die schließlich durch die beeindruckende Bemalung von Wilhelm Emil „Elk“ Eber zum Leben erweckt wurden und seit 1928 unseren Besuchern gegenüberstehen.

Die Figur wurde restauriert und statisch ertüchtigt durch den Bildhauer Hans Effenberger aus Weinböhla.
Ausstaffiert war sie mit sehr wertvollen Originalen aus der Sammlung Patty Franks, darunter ein Kleid der Blackfoot aus der Zeit vor 1840, das aus der berühmten Charles Schreyvogel-Sammlung des Linden – Museum in Stuttgart stammt.
Um diese Originale weiterhin zu erhalten, müssen sie vor dem „Zahn der Zeit“ geschützt und unter besonderen Bedingungen aufbewahrt werden. Doch den Besuchern wird es nicht einmal auffallen, dass die junge Frau ein brandneues Kleid trägt.

Die Herstellung der originalgetreuen Repliken wurde nicht dem Zufall überlassen. Black Bernd Büttner ist ein bekannter Experte aus der Indianistik-Szene und ein Unikum mit Charisma. Er investierte nicht nur aufwändige Handarbeit und Zeit, sondern jede Menge Herzblut und Begeisterung, um eine Kopie zu erstellen, die kaum vom Original unterscheidbar ist. Das Hirschleder hat er selbst gegerbt mit traditioneller Hirngerbung, jeden Wapiti-Zahn ausgemessen und die neu erworbenen an den exakten Positionen wie am Original angenäht.

Für die einzigartige Perlenstickerei hat er ebenfalls nicht nur nach ähnlichen Farben gesucht, sondern auch die Zeit, aus der diese stammten. Vor allem die filigranen, roten Glasperlen waren schwer zu finden, da es sich um die besonderen red – white inside beads aus der Zeit um 1890 handelt.

Die Blackfoot zählen zu den bekanntesten Völkern der Great Plains. Sie siedelten in kleineren Jagdgruppen aus mehreren Familien. Ein mit Wapiti-Zähnen besetztes Kleid zeichnete besonders wohlhabende Frauen der Blackfoot aus. Als Schmuck wurden nur die Eck- und Schneidezähne dieser großen Hirsche verwendet. Dieses Kleid zieren 80 solcher Zähne. Sogar erfolgreiche Jäger brauchten Jahre, um diese Zahl zusammenzutragen. Wapiti-Zähne waren so wertvoll, dass sie als Tauschmittel für Pferde gehandelt wurden. Ein solches reichverziertes Frauenkleid war sogar zwei Pferde wert.

Drei Jahre und 15.000 € wurden investiert, um den Körper der Figur und ihre Kleidung samt aller Accessoires originalgetreu zu restaurieren und für kommende Generationen zu erhalten.

Projekte wie dieses sind nur möglich durch die Unterstützung mit Spenden. Die Hälfte der Gesamtkosten wurde aus Spenden finanziert. Der Großteil davon wurde von unserem Förderverein Karl-May-Museum e.V. aufgebracht. 6.000 € sammelten sie für die Restaurierung ein. Diesem Ehrenamt gebührt im wahrsten Sinne des Wortes alle Ehre. In unermüdlicher Arbeit verbringen sie Wochenenden am Bücherstand, schütteln den Spendentopf, drehen bei Veranstaltungen das Glücksrad und zeigen immer dort Gesicht, wo Karl May auch außerhalb des Museums Präsenz braucht. Ohne unseren Förderverein wäre unser Museum so in dieser Form nicht möglich. Unser Dank kommt von Herzen und unsere Wertschätzung ist tief.

Datei:Sparkasse.svg – WikipediaAber auch Gojko Mitić gilt unser Dank! Gemeinsam mit Michael Kraus, der auch die Moderation des Abends übernimmt, und Dr. Frank Elstner vom Palisander-Verlag ging er zwischen 2018 und 2021 auf Lesetour, um Spenden einzusammeln. Insgesamt 2.250 € wurden von den beteiligten Sparkassen zur Verfügung gestellt. Auch dafür – Herzlichen Dank!

→ Mehr zur Restaurierung der Kostümfiguren erfahren Sie hier.

 

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Karl May Museum

Karl-May-Str. 5
01445 Radebeul

 

Parkmöglichkeiten

Auf dem Konsum-Kundenparkplatz an der Meißner Straße sind
10 Parkplätze für Besucher des Karl-May-Museums reserviert.

Tickets

Normal: 10,00 € / Ermäßigt: 8,00 €
Kinder: 5,00 € / Familie: 22,00 €
(4 bis 16 Jahre)

Radebeulerinnen und Radebeuler erhalten 50% Rabatt auf den regulären Eintrittspreis!

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(Kassenschluss 17.30 Uhr)

montags geschlossen (außer feiertags)

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