Spendenaufruf zur Restaurierung unserer wertvollen Kostümfiguren

 

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Herzlichen Dank an alle Unterstützer, die bereits geholfen haben!

 

Mithilfe von privaten Spendengeldern und Fördermitteln vom Freistaat Sachsen, dem Kulturraum und der Stadt Radebeul haben wir die notwendige Summe von 15.000 € zur Restaurierung der ersten Kostümfigur "Dakota-Häuptling" zusammen! Am 22. August 2016 wurde die Figur von den Restaurierungsexperten aus Weinböhla abgeholt. Auch die wertvollen Lederkleider des Häuptlings, die Karl und Klara May von ihrer Nordamerikareise mitbrachten, wurden in den vergangenen Monaten konservatorisch behandelt.

 

Der "Dakota-Häuptling" ist nun seit April 2017 wieder für unsere Besucher zu sehen. Er trägt die Kopien der originalen Kleidungsstücke, die Kunsthandwerker für die Herstellung indianischer Kleidung angefertigt haben. Zukünftig werden auch die Originale wieder in der Ausstellung zu sehen sein.

 

Wir sammeln weiter für die anderen 15 Kostümfiguren unseres Museums.

 

Bitte helfen Sie uns auch weiterhin mit Ihrer Spende, damit wir unsere kostbaren Kostümfiguren auch kommenden Generationen präsentieren können!

Spendenkonto der Karl-May-Stiftung:

IBAN: DE97 8505 5000 3151 1120 12

BIC: SOLADES1MEI

Sparkasse Meißen

Stichwort: „Spende Kostümfiguren“

 

Spendeneingang Kostümfiguren: 15.030,00 Euro

(Zeitraum: 06.07.2016 - 19.05.2017)

 

 
 

 

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

 

Restaurierung der historischen Kostümfiguren und der dazugehörigen Kostüme in der Ausstellung "Indianer Nordamerikas" im Karl-May-Museum

 

Die 16 lebensgroßen Kostümfiguren des Karl-May-Museums entstanden zwischen 1928 und 1944 von unterschiedlichen Künstlern. Die Kleidungsstücke stammen aus der Sammlung des Karl-May-Museums. Die Kostümfiguren sind das Highlight des Ausstellungsbereichs „Indianer Nordamerika“ in der „Villa Bärenfett“. Sie stehen seit der Gründung des Karl-May-Museums für den besonderen Wiedererkennungswert des Museums, was nicht zuletzt zahlreiche Postkartenserien, Poster und bis heute gern genommene Abdrucke dieser Figuren in diversen Zeitschriften und Werbeanzeigen belegen.

 

Bereits ab Eröffnung des Museums im Jahr 1928 konnten die Besucher die Figuren des Irokesen-Häuptlings, des Apache-Kriegers sowie der Schwarzfußfrau bewundern. Die vollmodellierten Gipsmodelle wurden allesamt von dem Münchener Bildhauer Vittorio Güttner (1869-1937) geschaffen, der selbst leidenschaftlicher Sammler indianischer Ethnographica war.

 

Die Idee das Karl-May-Museum mit lebensecht wirkende Figuren auszustatten, die einen Eindruck der Kleidungs- und Lebensstile der verschiedenen indigenen Kulturen Nordamerikas geben sollten, kann auf Klara May, die Erbin des Vermögens des Schriftstellers Karl May und Gründerin der Karl-May-Stiftung, zurückgeführt werden. Klara May ließ sich dabei durch die großen ethnographischen Museen in New York inspirieren, die sie selbst im Jahr 1908 zusammen mit Karl May besichtigt hatte.

 

Im Jahr 1933 schuf Vittorio Güttner drei weitere vollmodellierte Figuren aus Gips, den Tlingit-Häuptling, den Sioux-Häuptling sowie den Comanche-Krieger. Die Ausstattung dieser neuen Figuren wurde auch mittels der Objekte ermöglicht, die Klara May während ihrer zweiten Amerikareise im Jahr 1930 für das Museum erwerben konnte. Die Bemalung der Figuren übernahm der Münchener Kunstmaler Prof. Wilhelm Emil Eber (1892-1941), genannt „Elk“ Eber.

 

Das letzte Werk Güttners für das Karl-May-Museum war die Schaffung eines großen Schaudioramas während einer großflächigen Erweiterung der Ausstellungsfläche in der „Villa Bärenfett“ in den Jahren 1935-36. Die Fertigstellung des Dioramas wurde nach Güttners Tod 1937 durch dessen Sohn, dem Schauspieler Bruno Güttner, vollendet. Das Diorama mit dem Titel „Heimkehr von der Schlacht“, das nach dem Wunsch Klara Mays und Patty Franks eine typische Szene aus dem Alltagsleben der Prärie-Indianer demonstrieren sollte, präsentierte die Figur des berühmten Sioux-Häuptlings „American Horse“ sowie seine vor dem Tipi sitzende Frau bei Handwerksarbeiten und einem Kind in einer perlenbestickten Babytrage. Das Wandbild im Hintergrund, das hereinreitende Krieger von der Schlacht zeigt, wurde von Emil „Elk“ Eber geschaffen.

 

Die letzten sieben Kostümfiguren kamen im Jahr 1944 hinzu. Es handelte sich dabei um den Shoshone-Medizinmann, den Schwarzfuß in Winterkleidung, den Waldläufer sowie eine vierköpfige Prärieindianer-Familie. Sie sind Werke des Dresdner Bildhauers Ernst Grämer (1899-1966), die sich sowohl in der Qualität der Herstellung als auch der Optik von den von Güttner geschaffenen Figuren unterscheiden. Grämer modellierte im Gegensatz zu Güttner lediglich Kopf und Halsbereiche sowie die sichtbaren Gliedmaßen. Der Korpus der Figuren besteht daher nur aus einem weißen Gipsblock, über dem die Kleidungsobjekte ohne jede Zwischenschicht gehängt sind.

 

An allen 16 Figuren im Karl-May-Museum befinden sich die teils wertvollsten ethnographischen Objekte aus der Sammlung. Die Figuren selbst sind seit ihrem Bestehen, wenn nur geringfügig, konservatorisch behandelt wurden. Bis in die 1970er-Jahre waren die Figuren im Diorama sogar frei zugänglich und ohne Sicherung vor Schmutz oder Beschädigungen. In den letzten Jahren bröckelten die Figuren vor allem an den Gliedmaßen immer mehr, sodass ein Großteil Beschädigungen an den Händen und Füßen aufweist, womit auch die Statik der Figuren enorm gefährdet ist. Sowohl die Figuren als auch die daran befindlichen Objekte bedürfen für den weiteren Erhalt einer dringenden konservatorischen und restauratorischen Überarbeitung und Sicherung.

 

Die Kostümfiguren wurden und werden im Karl-May-Museum nicht als bloße Objektträger betrachtet. Sie gelten als besonderer Teil der Museumsgeschichte und ebenso als zu bewahrendes Kulturgut der Sammlung, wie die hochwertigen Sammlungsgegenstände, mit denen Sie ausstaffiert sind. Einen Eindruck vom wahren Leben der Indianer können sie zwar kaum vermitteln, dafür erzählen sie von unseren idealtypischen Indianervorstellungen.

Deshalb sind die Kostümfiguren auch weiterhin Bestandteil des neuen Ausstellungskonzeptes „Indianer Nordamerikas“, welches gemeinsam mit der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen erarbeitet wurde und in den kommenden Jahren umgesetzt werden soll. Die Planung der Karl-May-Stiftung sieht eine Eröffnung der neuen Ausstellung, in einem neuen Gebäude, für 2020 vor.

Gemeinsam mit Förderern wollen wir die Restaurierung der wertvollen Figuren angehen, um auch einen Transport und somit die Einbindung in die neue Ausstellungsgestaltung zu gewährleisten.

 

Konservatorisch und restauratorische Maßnahmen

Der gegenwärtige Zustand der originalen Trägerfiguren ist eine konservatorische Gefährdung für die Kleidung und Waffen, da die fortgeschrittene Eisenkorrosion ihres Trägermaterials die Gipsummantelung weiter aufsprengen kann, was die Exponate partiell zerstören kann.

Die stark beschädigte Trägerskulptur ist dringend restauratorisch und konservativ zu behandeln.

Trotzdem wird sie auch nach der Restaurierung nicht mehr geeignet sein das originale Kostüm zu tragen. Das Leder weicht Druckkräften und folgt Zugkräften, was eine Materialzerstörung an besonders beanspruchten Stellen zur Folge hat. Aus diesem Grund wurde entschieden, die historische Kleidung liegend in Vitrinen zu präsentieren und die originale Trägerfigur mit Replika des Kostüms auszustellen.

 

 

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SPENDENAUFRUF - Restaurierung der Kostümfiguren

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